Arbeits- und Fortbildungsstipendien für freie Tanzschaffende der Landeshauptstadt München 2016 /Jurybegründung
2015 hat Stephanie Felber mit „L´atelier de flanerie“ die Kategorie „Raum“ choreographisch ausgelotet, Publikum und Tänzerinnen bewegten sich dazu neben- und miteinander in einer Anordnung aus Flächen und Verbindungen. Das Sprechen eröffnete eine weitere Ebene, nicht zielgerichtet sind aus Text und Tanz immer wieder neue Schnittstellen entstanden. Das Interesse von Stephanie Felber gilt vor allem den zentralen Zonen der Großstadt und einer alltäglichen Performativität. Ihre Arbeit möchte die Choreographin in diese Richtung fortset­zen und sich vor allem mit der Bedeutung von kommunikativen Körpermechanismen im öf­fentlichen Raum der Stadt befassen. Das Verhalten von Menschen in der Masse soll ebenso hinterfragt werden wie die (möglichen) Effekte kultureller Unterschiede auf den Rhythmus ei­ner Stadt.
 
Debütförderung für freie Tanzgruppen der Landeshauptstadt München 2015 /Jurybegründung
Stephanie Felber ist in München keine völlig Unbekannte. Sowohl mit Videoarbeiten wie mit Interventionen im öffentlichen Raum hat sie eine Spur gelegt, die sie mit "l´atelier de flanerie" fortsetzen will. Ein kunstvoll inszeniertes "Flanieren" im besten Sinne: Akteur/innen und Pu­blikum erschaffen einen kollektiven Raum der entspannten Beobachtung. Als Choreographin und Photo-/Videographin ist sie auf der Suche nach Formaten, die sowohl die Performer/in­nen als auch die Zuschauer/innen gleichermaßen zu Entdeckern und Wahrnehmenden wer­den lassen. Dabei soll der/die Zuschauer/in seine/ihre besondere Position während der Per­formance noch einmal überdenken und neu erforschen. Auf einem klug gewählten kunst­theoretischen Fundament und mit der sich bei ihr bereits abzeichnenden eigenen Handschrift qualifizierter Langsamkeit wird sie zusammen mit ihren drei Tänzerinnen ein im besten Sinne zeitgenössisches Projekt erarbeiten. Die Jury empfiehlt daher einvernehmlich, Stephanie Felber eine Debütförderung auszureichen.